Interessantes rund um die Geschichte der Kerb

Hier gibts viel zu lesen für Leute, die sich für die Geschichte der Bernemer Kerb interessieren. Viel Spaß!

Kerb Historisch

Kerwezug 1936

Im Jahre 1608 wurde nach dem Historiker Achilles August von Lersner das “so sonsten auf den Ostermontag gehaltene Fest, erstmals am 20. April gefeiert. Eine Aussage die auf frühere Kirchweihen schließen lässt. ( Im Jahre 1608 wurde das Fest der Kirchweihe vom Ostermontag auf den Sonntag Misericordias Domini, spÃäer auf den Sonntag zwischen Laurentius und Maria Himmelfahrt in den August verlegt. [Heister, 1925]) Doch lassen Dokumente über Kirchen und Gottesdienste einen noch wesentlichen früheren Beginn der jährlichen Gedenkfeier zum Kirchenbau vermuten. Ob die Historiker recht haben, die den Ursprung der Kerb im 6. Jahrhundert ansiedeln oder ob diejenigen richtig liegen, die das Fest ab dem 12. Jahrhundert gesichert wissen wollen, lässt sich heute nicht definitiv feststellen. Die 1932 zur Erhaltung des Volksfestes gegründete “Bernemer Kerwe Gesellschaft” geht zur Zeit noch von 1608 in ihrer Zählung aus. Eine nicht aussagekräftige Zahl, denn allzu häufig mussten die Vorfahren auf ihr Fest verzichten. So wurden die Kirchweihfeste in der gesamten Umgebung wegen “moralischer Bedenken” über ein Öffentliches Dekret gegen Ende des 17. Jahrhunderts untersagt. Aufgehoben wurde das Verbot erst 1812. ( Dieses alte Frankfurter Volksfest, die beliebteste der heimischen Kirchweihen wurde von allen Frankfurtern besucht, selbst Goethe und der preußische Bundestagsabgesandte von Bismark wussten Bornheimer Gastlichkeit zu schätzen. [Frankfurter Ztg., Stadtblatt 9.8.1941]) Auch den beiden Weltkriegen fiel die Kerb für Jahre zum Opfer. Egal welchen Wahrheitsgehalt die “Jahreszahl” der z.B. 400. Bernemer Kerb auch besitzt: Die Bornheimer sind stolz auf die Tradition ihres Festes.

Auszug aus dem Frankfurt Wörterbuch – Begriff “Bornheimer Kerb”

Die Bornheimer Kirchweih; Im Jahre 1608 wurde das Fest der Kirchweihe vom Ostermontag auf den Sonntag Misericordias Domini, später auf den Sonntag zwischen Laurentius und Maria Himmelfahrt in den August verlegt. Heister (1925) 169; Do simmer uff die Bernemer Kerb gange Oppel (1839/94) I 30, 5; Von einer Entsagung der “Bernemer Kerbb” odder der sogenennte “Eppelweidääf” wolle mer hier net redde A.Stolze, Schnaken (1873) 3; An der berühmten älten “Bernemer Kerb” Fries (1892) 91; Die Bernemer Kerb: “Laurenzi” das heißt der Laurentiustag am 10. August, an dem man nach altem Frankfurter Volksbrauch “das Wämsi suchen soll”, da es schon wieder kühler wird, “legt die Bernemer Kerb”, und in diesem Jahr stimmt es sogar auf den Tag genau. Dieses alte Frankfurter Volksfest, die beliebteste der heimischen Kirchweihen, in friedlichen Tagen mit gar mancherlei Volksbräuchen verbunden, hat in diesem Jahr nach dem Nussberg wandern müssen, wo augenblicklich die bunte Kirchweihstadt mit Ihren Karussels, Schiffschaukeln, Raketenfahrten und den vielen Bornheimer Buden und Ständen aufgebaut wird. Die alte Bornheimer Kirchweihe wurde von allen Frankfurtern besucht, selbst Goethe und der preußische Bundestagsgesandte von Bismark wußten die Bornheimer Gastlichkeit zu schätzen. Zwar wird die Kerb in diesem Jahr vielleicht nicht ganz dem Massenbetrieb früherer Jahre aufweisen, aber viele Frankfurter werden sich trotzdem von dem traditionellen Gang nach “Bernem” nicht abhalten lassen, wenn auch die “Rippcher und Solwerknöchelcher” nicht in Massen vorhanden sind. Aber an einem Stück Kerwekuchen wird es auch diesmal in Bornheim nicht fehlen. Frankfurter Zeitung, Stadtblatt (9.8.1941).

Die Chronik der BKG erstellt von “Karl Seubert” im Jahre 1957

Der Anfang: Nachstehend bemühe ich mich, eine Aufzeichnung über die Abhaltung der Bernemer Kerb zu geben. Es ist nicht leicht, die seit 1608 bestehende Kerb in chronologischer Reihenfolge wiederzugeben, zumal aus den hiesigen Kirchenbüchern darüber nicht viel zu entnehmen ist. Nach Lersner fand die erste Kirchweih in Bornheim, so sonsten auf den Ostermontag gehalten, im Jahre 1608, am 20. April, statt; das war der Sonntag Mizericordias Domini und hatte die Gemeinde den Weinschank. Später wurde sie auf den Sonntag zwischen Laurentius und Maria Himmelfahrt, 10. bis 15. August, verlegt. Der Bornheimer Pfarrer Joh. Chr. Mitternacht (1665-1680) war es, der auf Grund böser Mißbräuche und dem Kerbe – genannt Kürwetanz – sich einsetzte, dieselbe zu verbieten. Durch öffentliches Diskret des Rates wurden die Kerben verboten. Im Jahre 1799 trat eine Milderung ein und im Jahre 1812 wurde, das erlassene Verbot endgültig aufgehoben. Damals fand die erste Kerb wieder am 16. August statt. Der erste Sonntag nach Laurentius wurde als Kirchweihfest beibehalten. Mit dem ältesten, noch lebenden Kerwebursch, Herrn, Schmiedemeister Georg Thöt, hatten wir eine Zusammenkunft. Noch seinen Angaben fanden sich die jungen Burschen und Mädchen im Jahre 1888 zusammen, um mit der Einholung des Kerwebaumes die Bernemer Kerb zu feiern. Selbstverständlich stand auch ein Festzug auf dem Kerweprogramm. Derselbe wurde unter Teilnahme der Vereine ab Höhenstraße gestartet. Der Baum, immerhin 12 bis 15 Meter lang, kostete 8 Goldmark, wurde bei dem Wirt Hofmann, genannt Pfannenkuchen, in der Gelnhäuser Gasse, jetzige Berger Straße, im Hof aufgestellt, da eine Vorrichtung an der Hausfront fehlte. Die Kerb, die 8 Tage dauerte, wurde in allen Bernemer Wirtschaften bis zum frühen Morgen ausreichend gefeiert. Wie Herr Thöt sich noch heute erinnern kann, kamen die Burschen 3 und noch mehr Tage nicht ins Bett. Wochenlang wurde ordentlich gespart, um während der Kerb die nötigen Finanzen zu haben. Bei einem Wochenlohn von 6 bis 7 Goldmark, bei voller Kost und Logie, konnte man bei den Preisen, Äppelwein 10 Pfennig, Leiterchen mit 20 Sprossen, wie Herr Thöt berichtet, 60 Pfennig und ein Haspel 30 Pfennig genügend sich zu Leibe führen. Hinzu kam noch, daß die Bernemer Wirte und Metzger den Kerweburschen und Kerwemädchen das Essen und Trinken stifteten. Die Gespanne für den Wald und den Festzug wurden von den Bernemer Fuhrgeschäften ohne Entgelt zur Verfügung gestellt. Oh, welch goldene Zeiten. Der Festzug hatte schon zu dieser Zeit den Erntewagen, den Michel, die Kerweliesbeth u. a. mitgeführt. Auch der Aff darf nicht vergessen werden, der wunderbar von dem Luther Heiner dargestellt wurde. Er scheute sich nicht, in offene Fenster hineinzuhüpfen, um die Frauen zu erschrecken. Bemerkenswert ist zu erwähnen, daß zu dieser Zeit in Bornheim eine Kleppergard bestand, die ebenfalls den Festzug schmückte. Bekannt hierbei war der Fischer Caspar.Verkaufsbuden und dergleichen fanden in den einzelnen Höfen ihre Aufstellung. Nach drei Wochen wurde der Kerwebaum verlost. Selbstverständlich bekam nur derjenige ihn, der den größten Geldbeutel hatte. Von Jahr zu Jahr nahm die Beteiligung an der Bernemer Kerb zu. Keiner wollte von der Jugend abseits stehen. Vierspännig fuhr man in den Wald. Außerdem fuhren zwei Gesellschaftswagen mit Musik als Begleitkommando mit. Eine kleine Invasion in den Wald setzte ein. Unser ältester Kerwebursch kann sich heute noch erinnern, daß 20 und noch mehr Chaisen in den Wald fuhren, um bei dem feier-lichen Akt dabei zu sein. Der Festzug ab Höhenstraße war zur Tradition geworden. Es war nicht schwer bei dem seiner zeitigen Pferdebestand allein 15 bis 20 Reiter, Herolde und den Michel in dem Festzug zu sehen. Auch der Äppelwoiwagen von den Firmen Cornell und Rackles sowie die Brauereien waren mit von der Partie. Der Musikverein Harmonie unter der Leitung von Herrn Jockel, genannt Keu-A … spielte zum Tanz in der Eulenburg auf. Der in der Gelnhäuser Gasse 126, jetzige Berger Straße, am 25. 4. 1872 geborene Georg Thöt ließ es sich nicht nehmen, bis zur Ein-berufung zum Militär im Jahre 1890 stets den Michel zu reiten. Auch nach Beendi-gung seiner Militärzeit im Jahre 1893 fand er den Weg zu den Kerweburschen zurück. Als Dorfschmied von Bernern bekannt, mußte in den Tagen der Kerb sein Vater höl-lisch aufpassen, damit er nicht am Amboß oder Blasbalg einschlief. Bernhard Steuer-nagel, genannt Schmärrnche stellte Jahr für Jahr sich als Herold vor. Interessant ist zu hören ‘ daß fast jeder Bernemer Bub einen U-Namen hatte, der bei einer Be-gebenheit geboren und dann nicht mehr weg zu denken war. Im Jahre 1896 fand der Kerwebaum bei dem Gastwirt Geist, “Schwarzer Hirsch’, genannt Jud«, seine Aufstellung’ Ab dieser Zeit wurde von dem Wirt und seinen Stammgästen ein Bembel im Festzug mitgeführt. Derselbe wurde aus Holz gebaut und mit Gips echt und getreu geformt. Hierbei passierte es einmal, daß der im Lokal gebaute 2,50 m große Bembel nicht durch die Türe ins Freie geschafft werden konnte. Die Helden dieser Tat wußten sich zu helfen. Der Bembel durfte nicht im Zuge fehlen und man riß kurzerhand die Türfüllung heraus und stolz zeigte man ihn dann den Neugierigen im Festzug. Eine Woche vor der Kerb herrschte bei der Jugend große Aufregung. Girlanden, aus Tannengrün und Spargelkraut wurden gewickelt, die Pferdegeschirre auf Hochglanz poliert, der Erntekranz gebunden und mit bunten Bändern versehen. Am Kerwesamstag wurden die alten Leute von Bernem in Kut-schen anläßlich des Festzuges zu Hause abgeholt. Die Kerb wurde letztmalig im Jahre 1913 in der Gaststätte Zur Sonne’ gefeiert, In der Zeit von 1914 bis 1918 wurde keine offizielle Kerb, verbunden mit Festzug, mehr abgehalten. Erstmalig im Jahre 1920 wurde die Bernemer Kerb durch die heute noch bestehen-de Karnevalgesellschaft Die Stutzer’ wieder aus der Taufe gehoben. Mit Pauken und Trompeten und dem gewohnten Geleit zog man in den Frankfurter Stadtwald, um den Kerwebaum einzuholen. Der Festzug endete bei dem Wirt Luis Pflug. Hier wurde auch der Baum für die Zeit der Kerb aufgestellt. Die Eheleute Götz waren das Kerwepaar und die Herren Philipp Munck und K. Münze[ Bürgermeister und Beisitzer. Als Michel durfte selbstverständlich der ewig junge Georg Thöt nicht feh-len. Die Kerwekutsche stellte Herr Jöckel. Bis zum Jahre 1926 übernahmen die Stut-zer jeweils die Ausrichtung der Kerb. 1921 sah man Lilli Reul und Herrn Luis Pflug als Kerwepaar, Herrn Matthäus Helfrich als Bürgermeister und Herrn Bullmann, genannt Bulles, als Michel. Die nett ausgeschmückte Bürgermeisterkutsche stellte und fuhr Konrad Schreiber, genannt “Hornsteffe’. Im darauffolgenden Jahr sah man wiederum Georg Thöt als Michel. Er ritt ein blindes Pferd von Herrn Philipp Munck. Noch heute erinnert er sich an diese Kerb. Er hatte die Aufgabe, während der Auf-stellung des Kerwebaumes für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Unter den Klängen der Musik trizelte und wieherte das blinde Pferd in einem fort und freute sich ebenfalls an der schönen Bernemer Kerb. Die Herren Munck und Münzel konnte man wiederum als Bürgermeister und Beisitzer in der Kutsche sehen. Die Verbrennung der Kerweliesbeth unter feierlichem Zeremoniell sowie der GickeIschmiß am Kerwe -Mittwoch gehörten zur nicht mehr wegzudenkenden Tradition. Selbstverständlich kamen auch die Schausteller zu Ihrem Recht. In den Jahren 1893 bis 1900 war der Vergnügungspark in der Gemarkung Gaasegässche-Pfüliche. Nach 1900 vor dem jetzigen Bethanienkrankenhaus. Später wechselte man auf das Gelände des jetzigen Stadt. Fuhrparks, genannt Spielwiese, an der jetzigen Heilandskirche, früher Gemar-kung Kappeswiese und Wasserfall, auf dem Kohlsberg an dem Akcisehaus in der Buchwaldstraße, in Höhe des heutigen Lagerplatzes der Firma Westenberger. Im Jahre 1925 übernahm der Gesangverein Germania die Arbeiten zur Abhal-tung der Kerb. Damit wurde auch das Kerwelokal gewechselt. Der Baum fand in der Gaststätte Stürmer, jetziges Straussi seine Aufstellung. Als Kerwepaar zeigte sich Frl. Agnes Trimbach und Heiner Haeffner. Wenn man sich heute noch erinnert, 320 Brote und 9 Zentner Gräf-Völsing Würstchen verspeist zu haben, so kann man sich ein Bild davon machen, wie die Kerb zu diesen Zeiten gefeiert wurde. Den Faß-wagen möchte ich auch erwähnen, der von Herrn Willi Schmitt gefahren wurde. Die Herren Küfermeister Christian Ott, Fritz Fischer und Heinrich Wegner konnte man als die Beschützer des Faßwagens erkennen. Letztmalig im Jahre 1928 unter der Leitung von Valentin Bauscher wurde die Kerb in dem gewohnten Ausmaß mit Kerwezug in der heutigen Gaststätte Weiße Lilie’, Inhaber Leopold Herz, ge-feiert. Noch der Kerb startete man zu einer Omnibusfahrt. Diese Fahrt sollte für die kommenden Kerwen zum Verhängnis werden. Mit viel Ärger landete man wieder in Bornheim. Die Kerweburschen liefen auseinander und keiner fand sich mehr für die kommenden Jahre, die Vorarbeit zu übernehmen. Die Kerb wurde zwar ge-feiert, aber die Einholung des Kerwebaumes und der Festzug waren bis zum Jahre 1932 unterbrochen. (Karl Seubert)

Der Anfang der Kerwegesellschaft

Als anno 1932 Herr Willi Schreiber das Klaane Schmärnche eröffnete, fanden sich Männer und Frauen, die eine neue Epoche in der Geschichte der Bernemer Kerb schufen. Um den Vater der heute 25 Jahre bestehenden Kerwegesellschaft, Herrn Adolf Englert, gesellten sich die Herren Ludwig Heuser, Willi Gerdenbach, Hermann Boller, Karl Boller, Georg Münsch, Karl Kling, Fritz Henss, Jean Rau, Konrad Bauscher, Alfred Koller, Willi Bender, Christian Becker, Albert Klohmann, der Wirt W. Schreiber und die Frauen Heuser, Münsch, Kling, Koller und Minna Becker. Klein fing man an.

Im Jahre 1933 zog man mit einem Einspänner in den Wald. Die Kerweburschen und Mädchen begingen die Kerb klein und gediegen. Mit einem Faß Bier, von der Binding Brauerei gestiftet, brachten sie den immerhin 12 Meter langen Baum nach Born-heim. Die Aufstellung des Baumes stand unter keinem glücklichen Stern. Die so mütterlich behütete Spitze des Baumes brach wahrend der Aufstellung ab. Mit Latten wurde der Schaden behoben und man war trotzdem stolz, als man den Baum vor dem Kerwehaus Schreiber bewundern konnte. Die Kerweburschen und Kerwemädchen zogen von Wirtschaft zu Wirtschaft, um dann bei Leopold Herz das Tanzbein zu schwingen. Der Festplatz wurde in der Saalburgallee – Falltorstraße aufgezogen. Der An-fang war gemacht.

Im Jahre 1934 sollte es anders werden. Zu den Pionieren fanden die Herren Karl Wenzel, Karl Wahl, Heini Henss, Fritz Saueracker, Artur Büttner, Ernst Waitzel, Jean Hofmann, Eugen Hofmann, Georg Grünewold, Albert Heusener, Heiner Böscher, Hermann Bender, Karl Falkenbach, Hans Fischer, Fritz Koelle und die Frauen Wenzel, Hofmann, Bender, Böscher, Fischer und Koelle. Diese Männer und Frauen waren eine verschworene Gemeinschaft. Trotz der schweren Zeit zahlte man wöchentlich 25 Pfennig in eine gut verwaltete Kasse, um damit die Unkosten für die Kerb zu decken. Selbstverständlich’ stand der Festzug wieder im Mittelpunkt der Bernemer Kerb. Schon Wochen vor der Kerb wurden die Vorarbeiten getroffen. Jeder Einzelne bekam seine Arbeit zugeteilt und so war es kein Wunder, daß sich die Bernemer und die vielen Zuschauer an dem wohl gelungenen Festzug erfreuten. An der Spitze marschierte der respektvolle Ortsdiener Caspar Fischer. Herr und Frau Koelle zeigten sich als Kerwepaar. Die Schausteller sorgten wiederum für den Vergnügungspark. Mit der Genugtuung, eine schöne Kerb in Bernem gefeiert zu haben, rüstete man sich für 1935.

Die ersten Anschaffungen wurden gemacht, sei-dene Hosen und rote Westen, sie wurden sogar bemalt. Die Mädchen nähten sich Dirndl. Die nicht mehr wegzudenkenden Kerwehüte wurden sich geliehen. Die Vor-bereitungen wurden getroffen. Der Ernte-Brunnen-Faß-Wagen wurde hergerichtet, Girlanden gebunden. Nach Abschluß aller Vorbereitungen fuhr man mit dem Na-tionalgetränk, Wurst und Fleisch, gestiftet von den Bernemer Geschäftsleuten, und zwei Wagen in den Wald. Nach harter Arbeit und der nötigen leiblichen Unterlage zog man mit dem geschälten Baum nach Bornheim. Der Kerwezug durch die Straßen Bornheims war der Anziehungspunkt für Jung und Alt. Die Bernemer Kerb war für Frankfurt und Umgebung zu der Kerb des Jahres geworden. Mit einer Seilwinde und Steiber wurde der Kerwebaum bei W. Schreiber aufgestellt. Als Bürgermeister fun-gierte Heiner Böscher. Sein dienstbeflissener Ortsdiener war Karl Wohl. Als Kerwe-paar präsentierte sich Minna Becker und Ludwig Heuser. Eine aufgestellte Tombola, ausgestattet von den Mitgliedern der Gesellschaft und den Gönnern, fand Aufstel lung bei Gramlich, Spillingsgasse 21, fand reißenden Absatz. Ein von dem Mitglied Karl Kling gewonnenes Badewannsche hat den Krieg sogar überstanden und schmückt heute noch das traute Heim. Der Gickelschmiß wurde auf dem ehemaligen Sportplatz des FSV geschlagen. Selbstverständlich durfte die Verbrennung der Kerweliesbeth nicht fehlen. Unter großer Beteiligung wurde sie in einem Sarg zur Enkheimer Hohl gebracht und unter dem Geleit der Trauernden (mit Zylinder) von dem fungierenden Zeremoniellmeister Willi Bender verbrannt. Wieder war eine gut organisierte und gelungene Kerb zu Ende. Die Gesellschaft konnte wieder einen weiteren Aufschwung verzeichnen. Viele bis dahin noch abseits stehende Bernemer Buben und Mädchen schlossen sich der Gesellschaft an.

Auch im Jahre 1936 liefen alle Vorbereitungen wie am Schnürchen, und die Kerb konnte eröffnet werden. Das immer gern gesehene Biedermeierkostüm des Kerwe-paares trugen Frl. Ria Rohrbach und Christian Berger. Der für 8 Tage fungierende Bürgermeister von Bornheim war Heiner Böscher, sein Polizeischutz war Karl Wahl. Wie in den Jahren zuvor, herrschte in allen Wirtschaften buntes Kerwetreiben. Mit der Verbrennung der Kerwelies endete auch für 1936 wieder eine gut geglückte Bernemer Kerb. Zufrieden äußerte man sich in den Bernemer Gaststätten und man war froh, daß sich echte Bernemer Buben und Mädchen gefunden hatten, die es sich zum Prinzip gemacht hatten, Jahr für Jahr die Vorarbeiten und nicht zuletzt auch das Risiko für die Ausrichtung und Abhaltung der Kerb zu übernehmen.

Karl Kling und Frau als Bürgermeister, Rudi Fuhr als Beisitzer, Kerwepaar Frau Koelle und Christian Becker, sowie Fritz Koelle als Ortsdiener zierten unter dem sonst gewohn-ten Bild den Festzug 1937.

Im Jahre 1938 wechselte man zur Gaststätte Stürmer “Sträussi’, Berger Straße. Einige Schwierigkeiten stellten sich ein. Die NSDAP verlangte Männer an der Spitze des Vereins, die der Partei angehörten. Das Verlangen wurde erfüllt und mit der Kupplung des Erntedankfestes wurde die Kerb in der gewohnten Weise gefeiert. Mit dem selben Elan wie in den vergangenen Jahren fuhr man in den Frankfurter Stadtwald, um das Wahrzeichen für die Bernemer Kerb ein-zuholen. Nach einem gut gelungenen Festzug und dem Rummel von 8 Tagen ver-abschiedeten sich am Ende der Kerb Hanne Bauscher und Fritz Koelle als Bürger-meisterpaar, Herr und Frau Becker als Kerwepaar. In der Buchwaldstraße und erst-mals in der Berger Straße wurden die Buden der Schausteller abgebaut und man war froh und dankbar, wieder eine Kerb gefeiert zu haben.

Die Vorbereitungen für die Kerb 1939 wurden getroffen. Keiner konnte ahnen, daß es bis 1946 die letzte sein sollte. Ahnungslos und ohne Hemmungen beging man die 331te Bernemer Kerb. Der Gründer der Gesellschaft, Adolf Englert, stellte sich mit seiner Frau der Zuschauerkulisse als Kerwepaar vor. Frl. Hanne Bauscher und Fritz Koelle wiederum als Bürgermeister und Frau. Zum letzten mal herrschte auf dem Festplatz und in den Gaststätten Bornheims 8 Tage reges Kerwetreiben. .

Ehrenvorsitzende der Bernemer Kerwe Gesellschaft seit ihrer Gründung 1932

Fritz Koelle
Friedel Mäuser
Hans Zadow

Vorsitzende seit 1932

Klein fing man an. „Als Vater der Bernemer Kerwe Gesellschaft kann man wohl unseren unvergessenen Freund Adolf Englert bezeichnen.“ In dieser Art fangen die Chroniken unseres Vereins an. Aus der heutigen Sicht war Adolf Englert sehr wahrscheinlich der Vermittler zwischen vielen Bernemern und deren Vereinen, um mit diesen gemeinsam unser Heimatfest wieder zum Leben zu erwecken.

Adolf Englert
19 Personen trafen sich damals im Klaane Schmärrnche um unsere Gesellschaft in das Leben zu rufen. Adolf Englert wurde der erste 1. Vorsitzende unseres Vereines. Über sein Leben ist wenig bekannt, er führte den Verein bis in die ersten Kriegsjahre, wo auch er sein Leben verlor.

Fritz Koelle
Im Jahr 1945 kurz nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war übernahm Fritz Koelle, auf drängen von Mitgliedern die schon wieder zu hause waren, das Ruder der Bernemer Kerb. Im Jahr 1946 war es dann soweit die erste Bernemer Kerb nach dem Krieg konnte wenn auch eingeschränkt wieder stattfinden. Fritz Koelle stand dem Verein bis 1957 als 1.Vorsitzender zur Verfügung und wieder ob dem Jahr 1962 bis 1975. Seine Amtszeit war gezeichnet von dem ewigen Kampf um einen Festplatz, zur Abhaltung der Bernemer Kerb. Im Jahr 1957 gelang es dann dem Verein zum 25jährigen Jubiläum die erste Kerb auf dem Festplatz „Weisse Erde“ abzuhalten

Friedel Hopp
In den Jahren 1958 – 1959 übernahm Friedel (Friedrich) Hopp das Amt des 1. Vorsitzenden. Über sein wirken ist sehr wenig bekannt. Auf wichtigen Verträgen aus diesen Jahren findet sich seine Unterschrift und das er bei der Post als Beamter beschäftigt war sind die einzigen Informationen die uns zurzeit über ihn vorliegen.

Franz Mahl
Nach relativer kurzer Amtszeit von Hopp stellte sich dem Verein Franz Mahl als erster Vorsitzender zur Verfügung. Relativ jung brachte er in den Verein neue Ideen und viel Engagement ein

Fritz Koelle
1962 übernahm noch einmal Fritz Koelle das Amt des 1. Vorsitzenden und trat aus gesundheitlichen Gründen 1976 zurück.

Friedel Mäuser
Aus gesundheitlichen Gründen gibt Fritz Koelle das Amt des 1. Vorsitzenden 1976 an Friedel Mäuser ab. Die Idee des Bernemer Mittwochs wird weiter ausgebaut und erweist sich als eine der besten Ideen der Kerwe Gesellschaft. Es finden regelmäßige Beteiligungen an den Hessentagen statt.

Horst Fuß
1985 wird Horst Fuß erster Vorsitzender. Der Verein hat zu dieser Zeit ungefähr 90 Mitglieder. Die Kerb wird auf der Weissen Erde mitgefeiert. der Verein gestaltet zu dieser Zeit nur den Festzug sowie den Bernemer Mittwoch. Nach 9 Jahren im Amt des 1. Vorsitzenden zieht sich Horst Fuß aus beruflichen gründen, von diesem Amt zurück.

Hans Zadow
Die Wahl des Vereins fällt auf Hans Zadow, der seit März 1995 das Amt des 1. Vorsitzender begleitet, davor war er im Verein als 1. Kassierer tätig. Ein Zitat aus der Jahreshauptversammlung 1995 von ihm „Ihr werdet schon sehn, was ihr Euch da selbst eingebrockt habt“. Und er hatte Recht. Er hat neuen Schwung in den Verein gebracht und hat die Kerb wieder in die Mitte Bernems zurück gebracht, auf dem Platz vor der Zwiwwelkerch und der Verein ist aktiv (am schaffe) wie nie zu vor! Im Frühjahr 2011 legte er sein Amt nieder.

Ralf Moritz
2011 wurde Ralf Moritz gewählt. Sein Ziel ist es, den Verein und somit auch die traditionelle Kerb trotz ständig steigender Bestimmungen und Auflagen zukunftsicher weiter zu führen.

Übersicht der Festplätze zur Bernemer Kerb!

Unsere Kerb wurde bisher an vielen Plätzen im Stadtteil abgehalten. Gründe dafür gab es viele. Nehmen wir nur den letzten, als die Bernemer Kerwe Gesellschaft mit dem Festplatz an die Zwiwwelkerch zog. Ausschlaggebend hierfür war die Errichtung des Sportcenters der TG Bornheim auf der “Weisen Erde”. Die Kerwe Gesellschaft hat diesen Umzug gerne gemacht um erstens der TG den Bau des neuen Sportcenters zu ermöglichen und gleichzeitig die traditionsreiche Bernemer Kerb neu Auszurichten. Das dies gelungen zu sein scheint, zeigen uns die wachsenden Besucherzahlen.

Hier nun eine Übersicht der Veranstaltungsorte/Festplätze in unserem Stadtteil

bis 1892 wurde in den einzelnen Höfen der Anwohner und Gaststätten gefeiert.
1893 – 1900 Gassegäsche Pfüllchen
ab 1900 Gelände vor dem Bethanienkrankenhaus
Gelände Fuhrpark / Spielwiese
Gelände Falltor / Florstädter Straße
1933 – 1937 Kappeswiese und Wasserfall
Gelände um die Heilandsgemeinde
Kohlsberg und Akzisehaus Berger Straße 448
1939 – 1952 Buchwaldstraße / Ketteler Allee
1953 – 1956 Sportplatz SG Bornheim
1957 – 1968 Weisse Erde
1969 – 1972 Festplatz am Ostpark
1973 – 2001 Weisse Erde
ab 2002 Festplatz Turmstraße

 

Kerwe Chronik seit bestehen der Vereins

 

Jahr Kerwebürger-
meister
Ortsdiener Kerwepaar Festplatz
1932
1933 Kappeswiese
1934
Caspar Fischer Else &
Alfred Koller
Kappeswiese
1935
Heiner Böscher Widmeier Minna Becker
Ludwig Heuser
Kappeswiese
1936
Heiner Böscher Karl Wahl Ria Rohrbach
Christian Becker
Kappeswiese
1937
Else & Alfred
Koller Rudi Fuhr
Fritz Koelle Anna Koelle
Christian Becker
Kappeswiese
1938
Fritz Koelle
Hanna Bauscher
Heiner Stey Minna &
Christian Becker
Kohlsberg
1939
Fritz Koelle
Hanna Bauscher
Heiner Stey Adolf Englert
Elfriede Saueracker
Buchwaldstr.
Kettelerallee
1940
Fritz Koelle
Christian Becker
Reith Adolf Englert
Elfriede Saueracker
Buchwaldstr.
Kettelerallee
1941 Ausgefallen wegen dem zweiten Weltkrieg!
1942
1943
1944
1945
1946
Fritz Koelle
Hanna Bauscher
Heiner Stey Ria Rohrbach
Christian Becker
Buchwaldstr.
Kettelerallee
1947
Kurt Weyrich
Karl Wenzel
Hans Meier Marianne Röder
Helmut Rist
Buchwaldstr.
Kettelerallee
1948
Fritz Koelle
Karl Wenzel
Reith Käthe Lamp
Robert Rall
Buchwaldstr.
Kettelerallee
1949
Fritz Koelle
Emma Röhrig
Reith Trudel Koelle
Paul Weydt
Buchwaldstr.
Kettelerallee
1950
Fritz Koelle
Kurt Weyrich
Karl Wenzel Gisela Jung
Helmut Henns
Buchwaldstr.
Kettelerallee
1951
Fritz Koelle
Alex Munk
Karl Wenzel Hilde Hohn
Willi Henss
Buchwaldstr.
Kettelerallee
1952
Fritz Koelle
Alex Munk
Karl Wenzel Lotte &
Horst Willich
Buchwaldstr.
Kettelerallee
1953
Fritz Koelle Albert Schneider Rudi Hardt
& Frau
Sportplatz
SG Bornheim
1954
Fritz Koelle
Hilde Hohn
Karl Kohl Minna &
Christian Becker
Sportplatz
SG Bornheim
1955
Fritz Koelle
Anni Kirch
Karl Kohl Margarete Wohlfahrt Heinz Krug Sportplatz
SG Bornheim
1956 Ausgefallen wegen Kirchentag!
1957 Anna &
Fritz Koelle
Fritz Nagelschmidt
Margot Altvater
Karl Wenzel Ruth &
Kurt Wimmer
Weisse Erde
1958
Fritz Koelle
Wilhelm Breimer
Karl Wenzel Gina &
Franz Mahl
Weisse Erde
1959
Fritz Koelle
Franz Mahl
Karl Wenzel Ruth &
Kurt Wimmer
Weisse Erde
1960
Fritz Koelle
Gina Mahl
Horst Fuß Helga &
Helmut Graef
Weisse Erde
1961
Fritz Koelle
Gina Mahl
Kurt Wimmer Kitty &
Horst Fuß
Weisse Erde
1962
Fritz Koelle
Karl Seubert
Kurt Wimmer Emmi &
Horst Mäuser
Weisse Erde
1963
Fritz Koelle Hans Winter Brigitte &
Horst Mäuser
Weisse Erde
1964
Fritz Koelle Hans Winter Kitty &
Horst Fuß
Weisse Erde
1965
Fritz Koelle Hans Winter Heiner Haas &
Frau
Weisse Erde
1966
Fritz Koelle Hans Winter Lilli &
Friedel Mäuser
Weisse Erde
1967
Fritz Koelle
Walter Schaub
Hans Winter Erika &
Peter Fourate
Weisse Erde
1968
Fritz Koelle
Walter Schaub
Hans Winter Lotti &
Horst Perlet
Weisse Erde
1969
Walter Schaub
Gustav Fuß
Hans Winter Alice &
Herbert Urban
Festplatz am
Ratsweg
1970
Edith &
Walter Schaub
Hans Winter Alice &
Herbert Urban
Festplatz am
Ratsweg
1971
Fritz Koelle
Anni Bauer
Hans Winter Lotti &
Horst Perlet
Festplatz am
Ratsweg
1972
Fritz Koelle
Anni Bauer
Hans Winter Irmgard &
Kurt Hildebrand
Festplatz am
Ratsweg
1973
Lilli &
Friedel Mäuser
Hans Winter Emmi &
Hermann Eckhardt
Festplatz am
Ratsweg
1974
Fritz Koelle
Anni Bauer
Hans Winter Emmi &
Hermann Eckhardt
Festplatz am
Ratsweg
1975
Fritz Koelle
Anni Bauer
Hans Winter Doris &
Fritz Groh
Festplatz am
Ratsweg
1976
Lilli &
Friedel Mäuser
Weisse Erde
1977
Lilli &
Friedel Mäuser
Weisse Erde
1978
Lilli &
Friedel Mäuser
Hans Winter Helga &
Horst Viehl
Weisse Erde
1979
Lilli &
Friedel Mäuser
Hans Winter Anne &
Horst Mäuser
Weisse Erde
1980
Lilli &
Friedel Mäuser
Hans Winter Weisse Erde
1981
Lilli &
Friedel Mäuser
Hans Winter Anneliese &
Heinz Löffler
Weisse Erde
1982
Lilli &
Friedel Mäuser
Hans Winter Thea &
Horst Müller
Weisse Erde
1983
Lilli &
Friedel Mäuser
Hans Winter Weisse Erde
1984
Lilli & Friedel Mäuser Hans Winter Weisse Erde
1985
Lilli & Friedel Mäuser Hans Winter Heike Nüchter
Uwe Löffler
Weisse Erde
1986
Kitty &
Horst Fuß
Hannelore &
Dieter Oberhack
Weisse Erde
1987
Kitty &
Horst Fuß
Beate Mäuser
Fritz Groth
Weisse Erde
1988
Kitty &
Horst Fuß
Bodo Störkmann Beate Mäuser
Dietmar Schäppe
Weisse Erde
1989
Kitty &
Horst Fuß
Bodo Störkmann Erika &
Peter Fourate
Weisse Erde
1990
Kitty &
Horst Fuß
Bodo Störkmann Weisse Erde
1991
Kitty &
Horst Fuß
Bodo Störkmann Hannelore &
Dieter Oberhack
Weisse Erde
1992
Kitty &
Horst Fuß
Helmut Greaf Hannelore Rosenau
Helmut Klages
Weisse Erde
1993
Kitty &
Horst Fuß
Helmut Greaf Petra &
Klaus Ittner
Weisse Erde
1994
Kitty &
Horst Fuß
Helmut Greaf Beate &
Hans Zadow
Weisse Erde
1995
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Inge &
Jürgen Berthold
Weisse Erde
1996
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Petra &
Klaus Ittner
Weisse Erde
1997
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Inge &
Jürgen Berthold
Weisse Erde
1998
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Karin &
Hanskarl Kirchner
Weisse Erde
1999
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Theresa &
Reinhold Schmitt
Weisse Erde
2000
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Hannelore Rosenau
Walter Bischof
Weisse Erde
2001
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Ricarda Köhler
Bernard Ochs
Weisse Erde
2002
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Ricarda Köhler
Bernard Ochs
Zwiwwelkerch
2003
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Rosi &
Theo Pfeiffer
Zwiwwelkerch
2004
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Rosi &
Theo Pfeiffer
Zwiwwelkerch
2005
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Petra Reinhardt
Ernrico Scharschmidt
Zwiwwelkerch
2006
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Ingrid &
Klaus Natho
Zwiwwelkerch
2007
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Rosi & Theo Pfeiffer Zwiwwelkerch
2008
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Doreen Wolter
Markus Buckow
Zwiwwelkerch
2009
Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Doreen Wolter &
Markus Buckow
Zwiwwelkerch
2010 Beate &
Hans Zadow
Helmut Greaf Angelika &
Dieter Zollner
Zwiwwelkerch
2011 Angi Schmitt
Ralf Moritz
Helmut Greaf Angelika &
Dieter Zollner
Zwiwwelkerch
2012 Beate Neuhauser
Ralf Moritz
Dieter Zollner Monika &
Dieter Bender
Zwiwwelkerch
2013 Corinna Köhler
Ralf Moritz
Dieter Bender Judith &
Ludger Groteclaes
Zwiwwelkerch
2014 Beate Neuhauser
Ralf Moritz
Dieter Bender Andrea &
Christoph Hentze
Zwiwwelkerch
2015 Corinna Köhler
Ralf Moritz
Dieter Bender Judith Groteclaes
Oliver Zenker
Zwiwwelkerch
2016 Jessica Kandler
Ralf Moritz
Dieter Bender Claudia Gulde
Horst Gregori
Zwiwwelkerch
2017 Corinna Köhler
Ralf Moritz
Dieter Bender Claudia Gulde
Horst Gregori
Zwiwwelkerch

Der Kerwebaum

Der Kerwebaum ist immer eine “Fichte”. Ab dem Jahre 2003 kommt der Baum aus dem Enkheimer Wald. Im Jahr 2002 haben wir vorläufig den letzten Kerwebaum aus dem Vilbeler Wald geholt. Da muss erst mal wieder einiges nachwachsen bevor wir wieder kommen dürfen. Davor wurde der Kerwebaum aus dem Stadtwald geholt. Es werden nur Bäume genommen die sowieso gefällt werden müssen. Dazu stellte uns die Stadt Bad Vilbel, jetzt die Stadt Frankfurt einen erfahrenen Förster / Waldarbeiter zur Verfügung. Der Baum wird dann mit dem Traktor aus dem Wald gebracht und baldmöglichst auf den Erntewagen der Gesellschaft verladen. Es wird von Bäumen bis zu einer Höhe von 30 Metern in den Chroniken der Gesellschaft berichtet, aber wer einmal mit geholfen hat einen Baum mit nur 25 Metern Länge/Höhe zu verladen der weiß wie schwer ein Kerwebaum ist.

Der Kerwebaum wird immer am Kerwesamstag aus dem Wald geholt. Jeder der möchte ist hierzu Eingeladen die Kerweburschen zu unterstützen. Abfahrt ist gegen 06:00 auf dem Festplatz Turmstraße, mit einem Gesellschaftswagen und dem Erntewagen geht es gemeinsam in den Enkheimer Wald. Für Ihre Mithilfe bekommen die Helfer dann im Wald ein gutes Frühstück, wer mag “Bier vom Fass” und ein Überraschungsgeschenk. Gegen 11:00 Uhr wird dann der Kerwebaum zum Festplatz gebracht. Die Aufsicht hierüber haben die Beamten des 6. Polizeireviers in Bornheim. Der Baum wird dann gegen 12:00 Uhr an dem Festplatz mit Hilfe eines Autokrans und den Kerweburschen aufgestellt.

Das alles liest sich ziemlich einfach, jedoch sollte man einmal den Kurvenradius von Bornheims Straßen beachten und nicht umsonst darf ein LKW nicht länger als 18,50 Meter sein. Unser Gespann “Erntewagen mit Kerwebaum und Traktor” kommt locker auf 30 Meter und es ist schon eine Kunst dieses Gespann Unfallfrei und ohne stecken zu bleiben durch Bornheim zu fahren.

An dieser Stelle möchten wir uns bei der “Familie Ganske AUTODIENST WEST” in Bergen Enkheim bedanken die seit vielen Jahren unseren Kerwebaum mit Ihren Autokränen aufstellen.


Fundament Bernem – Platz vor der Turmstraße 23

Hier eine kurze Beschreibung der Halterung die den Kerwebaum aufnimmt. Das Loch im Boden hat folgende Ausmaße 2,10 x 2,10 Meter. Die tiefe beträgt 2,00 Meter. Der Baum steht in zwei ineinander gesteckten Betonhülsen und kann maximal 0,45m Umfang haben. Der Baum steht mit 1,80 m seiner Länge in der Halterung. Damit das Loch die nächsten hundert Jahre übersteht wurde es mit einem Schotterfundament erstellt. Darauf kamen die Hülsen und das ganze wurde in über 7 m³ Beton eingegossen. Das Loch wird mit einem massiven Deckel über das Jahr verschlossen so das nichts passieren kann.

Danken möchten wir unserer Ortsvorsteherin Hedi Tschierschke, die sich persönlich und monatelang, um die pünktliche Erstellung des neuen Standplatzes für den Kerwebaum gekümmert hat.

Lisbethverbrennung

Die Verbrennung der Kerwelisbeth findet am Bernemer Mittwoch statt. Seit einigen Jahren wird diese Veranstaltung am Stand der Bernemer Kerwe Gesellschaft, Berger Straße 207 durchgeführt. Mit dem verbrennen der Kerwelisbeth wird das Ende der Kerb kund getan, vergleichbar ist diese Veranstaltung mit der Beerdigung des Prinzen Karneval. Nach einen Jahr wie Phönix aus der Asche auferstanden, wird die Kerwelisbeth wieder am Kerwebaum auf ihrem Thron festgebunden und soll der Kerb Glück bringen.

Die Sage der “Lisbethverbrennung”

Ende des 17 Jh. Soll sich in einem Dorf nahe einer Freyen Reichs und Handelsstadt folgendes zugetragen haben. Die Landgemeinde zählte damals ca. 1000 Seelen und innerhalb der Dorfgemeinschaft wurde zusammen gefeiert und getrauert. Hochzeiten und die Kirchliche Feste waren einige der wenigen Abwechslungen die man damals kannte. Es war eine schwere Zeit in der man nur bestehen konnte, wenn die Gemeinschaft fest zusammen hielt.

Zu diesem Zeitpunkt wurde schon alljährlich das Kirchweihfest am Platz vor der Kirche mitten im Ort und den Gasthäusern gefeiert. Jeder im Ort freute sich auf die Abwechslung die dieses Fest einmal im Jahr bot. Geselligkeit, Tanz, Marketenderinnen, Bier und Äppelwoi den ganzen Tag, die ganze Nacht. 9 Monate später erblickte immer eine stolze Zahl von Kindern das Licht der Welt.

In diesem Ort gab es kurz vor dem Schlagbaum eine Wiese, auf der ein kleines Haus mit Scheune und Stallungen stand. Der Hausherr hätte sich schon gern auf der Kirchweih und im Ort umgeschaut, ein Bier getrunken und vielleicht auch einen Stammhalter gezeugt. Aber mit der Frau die ihm das Schicksal beschert hatte, nein das wollte er der Nachwelt nun doch nicht zumuten. Ständig war sein Weib am keifen, am meckern, schmuddelig anzusehen, zerzaust, nervend und altklug fiel sie nicht nur ihm, sondern auch der Dorfgemeinschaft auf die Sand-, Eier- und Sonnenuhr.

Eines Abends in der Dorfgaststätte klagte unser Hausherr den anwesenden sein Leid. Er wolle in die weite Welt hinaus, bis zum ende der Erdscheibe. Irgendetwas muss passieren, mit diesem Drachen unter einem Dach das kann nicht länger gut gehen. Er wolle eher gehen als sich an seiner Frau versündigen. Der Abend war ja recht vergnüglich bisher, Bier und Wein flossen in Strömen es wurde viel gelacht, gesungen und man freute sich auf das Kirchweihfest das morgen beginnen sollte.

Tja, bis zu dem Zeitpunkt als unser Hausherr wieder einmal von seiner Spaßbremse Lisbeth anfing. So konnte das nicht weiter gehen. Hier musste etwas unternommen werden sonst wäre wie die Jahre zuvor das Fest allein durch die Anwesenheit der vorgenannten Person gelaufen. Man beschloss gemeinsam die Lisbeth über die Kirchweih hinweg einzusperren, damit in aller Ruhe gefeiert werden konnte.

Gesagt getan, war das ein Gekreische, gepolter, wüste Beschimpfungen, ganz egal wo man die Lisbeth hinsperrte man hatte keine Ruhe vor ihr. Dann kam ein findiger Waldläufer auf die Idee die Lisbeth im tiefen finstren Buchwald an einem Baum anzubinden. Damit die wilden Tiere der Lisbeth nichts tun konnten, solle man dieses Weib nur hoch genug festbinden. So kam es das sich die Lisbeth schimpfend und keifend, hoch oben in einer Fichte, der einzigsten im Buchwald, wieder fand. Weit weg vom Ort saß sie auf einem Brette, über ihr nur noch die Krone des Baumes und unter dem Brett alle Äste abgesägt, die Rinde entfernt damit auch wirklich kein wildes Tier den Stamm hoch- oder die Lisbeth herunter klettern konnte.

Nach dem diese Arbeit am Samstagmorgen getan war, konnte man sich mit aller Kraft dem Kirchweihfest zuwenden. Es war ein schönes Fest, kein Gekeife oder Gekreisch, der Pfarrer wurde nicht 25mal in seiner Predigt wie sonst unterbrochen. Keiner meckerte das zuviel Bier oder Wein getrunken wurde und unser Hausherr lernte sogar eine Dienstmagd kennen die über die lustigen Tage in dem Dorfe ihrem Gewerbe nachging. Bier, Wein, tanzend und singend so vergnügt wie in diesem Jahr wurde die Kirchweih lang nicht mehr gefeiert. Am späten Sonntagabend erinnerte man sich wieder an die Lisbeth. Jeder meinte das dieser Platz wie geschaffen wäre für sie und so lange die Lisbeth hoch oben im Baum sitzt ist das Fest doch wunderbar.

Erst am Mittwoch der folgenden Woche machte sich die Gemeinschaft dann doch auf den Weg um die Lisbeth zu holen. Unser Hausherr wäre viel lieber bei seiner gut aussehenden und gut gebauten Dienstmagd geblieben aber der Herr Pfarrer wollte ihn unbedingt dabei haben.

Donnergrollen war zu hören, der Himmel zog sich zu, immer tiefer ging es in den Forst hinein. Blitze erhellten den dunklen Wald und dicke Regentropfen fielen auf den ausgetrockneten Boden, kein Vogel kein Tier war zu hören, das Gekeife und Gekreische der Lisbeth übertönte wieder einmal alles. Dann plötzlich war das Gewitter über unseren Dorfbewohnern die sich ängstlich die Hände schützend über den Kopf hielten. Blitze, Donner das die Erde bebte und Hagel – Einschläge in nächster Nähe und auf einmal Brandgeruch im Wald.

Stille – die Blicke der Dorfbewohner richteten sich vorsichtig nach oben, zuerst konnte man es nicht glauben, verwundert schauten sich die Dorfbewohner einander an. Der einzigste der diese Situation sofort begriff war unser Hausherr, er fiel auf die Knie und schickte mehrere Dankgebete zum Himmel. Voller Freude umarmte er Nachbarn, Freunde und rief immer wieder “Schau doch, wie schön die Lisbeth brennt, schaut doch wie wunderschön meine Lisbeth brennt”.

So soll es sich zugetragen haben. In Erinnerung an die schöne friedliche Kirchweih machten es sich die Dorfbewohner zur Tradition im Ort eine Fichte aufzustellen und in großer Höhe als Mahnung eine symbolische Lisbeth anzubringen. Den Stamm schält man seither und am Ende des Festes wird wie vor vielen Jahren die Lisbeth verbrannt. (hz)

Die Gickelschmiss Legende

Kerwe, da und dort auch als Kirchweihfest bezeichnet, werden in den Frankfurtern Stadtteilen mehr oder weniger zünftig nach alten Überlieferungen gefeiert. Die wichtigsten Symbole sind da Kerwebaum, Kerwekranz oder Kerwekrone, die Kerwelisbeth, der Kerwehans und wie sie sonst noch heißen mögen. Zu den Höhepunkten einer jeden Kerb gehört der “Gickelschmiss” oder das “Hahnenschlagen”. Zwar ist fast überall ein lebendes Federvieh mit im Spiel, “wird awwer net dodgeschlaache”, wie manche vermuten. In grauer Vorzeit soll dies der fall gewesen sein, sagt man – soll. In unserem Jahundert werden beim “Gickelschmeißen” ein Dreschflegel und ein irdenes Gefäß (Blumme-, Sauerkraut-, oder Gorgedippe) benötigt.

Dem “Schläger” oder der “Schlägerin” (meistens melden sie sich aus dem Zuschauerkreis oder werden einfach herausgedeutet) verbindet man die Augen und dreht sie ein-, zwei-, dreimal um die eigene Achse, damit sie die Orientierung verlieren. Die Schläger müssen nun versuchen, mit dem Dreschflegel den Topf zu treffen. Gelingt das, gibt es als Preis einen lebenden Hahn. Mitunter wird der Topfschläger schon vorher erkoren, ehe das Dippe in Stücke geht. Das lasse sich “solche Bewerber” etwas kosten: ein Faß Bier für die Kerwegesellschaft odder e Fäßje Ebbelwei. Wie dieser Brauch entstanden ist, darüber wird immer wieder gerätselt.

Aber diese Geschichte klingt recht glaubhaft: Anno dazumal feierte und zechte ein frischgebackener Kerweborsch in einem Frankfurter Dorf so ausgiebig, das er erst am frühen Morgen den Heimweg antreten konnte. Er hoffte unbemerkt seine Schlafstätte im elterlichen Bauernhof erreichen zu können. Plötzlich stolperte er in der Tenne über einen Hahn und das aufgeschreckte Federvieh scheuchte wiederum die ganze Hühnerschar auf. Kurzerhand griff der Kerweborsch nach einem Dreschflegel und wollte wütend auf den Hahn einschlagen. In der morgendlichen Dämmerung und ohne die rechte “Wegsteuer” traf er allerdings nicht den vermeintlichen Lärmverursacher, sondern einen Steintopf, der mit lautem Getöse zerbrach. – Und so, sagt man, soll der “Gickelschmiss” entstanden sein.

Dieser Artikel vom 4.10.1991 stammte leider
von dem allzufrüh verstorbenen Kollegen der FR “dixi”.

Wir von der Bernemer Kerwegesellschaft können und wollen diesem Artikel nichts weiter hinzufügen oder entnehmen. Genauso wie “dixi” die Legende beschreibt wird es sich wohl zugetragen haben. Wir können uns allerdings nicht recht vorstellen das wir den Gickelschmiss für “ein” Faß Bier oder Ebbelwei jemanden zuschanzen würden. Nein – für “ein” Faß nicht, :-))).

Traditionell gibt es zur Bernemer Kerb zwei Frühschoppen.

Den 1. am Kerwesonntag nach dem Gottesdienst, mit Blasmusik auf dem Festplatz.

Am Kerwemontag gibt es einen weiteren Frühschoppen, zu dem jeder Bürger von der Bernemer Kerwe Gesellschaft eingeladen ist. Einige Vereinsvertreter oder Personen des öffentlichen Lebens nehmen diese Einladung an, aber viele Bürger scheinen dies nicht zu wissen. Bei uns ist jeder als Gast herzlich Willkommen. Nachfolgend eine kleine Übersicht der Gaststätten oder Kneipen in denen die letzten Frühschoppen stattfanden.

2016     Zur Strassenbahn, Heidestraße
2015     Bernemer Faß, Ringelstraße
2014     bunt, Berger Straße
2013     Schöneberger, Berger Straße
2012     Der Buchwald, Buchwaldstraße
2011     Irish Pub Bornheim, Berger Straße
2010     Bernemer Brünnche, Berger Straße
2009     Zur Straßenbahn, Heidestraße
2008     Goldener Adler, Berger Straße
2007     Zur Sonnenuhr, Wöllstädter Straße
2006     Red Pepper, Berger Straße
2005     Gambrinus am Eck, Ringelstraße
2004     Bernemer Brünnche, Berger Straße
2003     Zum Alten Schlagbaum, Berger Straße
2002     Bistro La Perla, Berger Straße
2001     Goldener Adler, Berger Straße
2000     Bernemer Brünnche, Berger Straße
1999     Zur Sonne, Berger Straße
1998     Zum Goldenen Adler, Berger Straße
1997     Gickelschlag, Berger Straße
1996     Alten Schlagbaum, Berger Straße
1995     Gickelschlag, Berger Straße
1994     Alt Bernem, Berger Straße
1993     Hermanns Bierstubb, Seckbacher Ldstr
1992     Alter Schlagbaum, Berger Straße
1991     Gickelschlag, Berger Straße
1990     Weisse Lillie, Berger Straße
1989     Gickelschlag, Berger Straße
1988     Bernemer Fass, Ringelstraße
1987     Gickelschlag, Berger Straße

Die Johanniskirche oder Zwiwwelkersch

Die Bernemer Kerb dürfte ihren Ursprung in der Kirchweih der heutigen Johanniskirche haben. Allerdings hieß die Kirche zu der Zeit als die erste Bernemer Kerb im Jahre 1608 erwähnt wird noch nicht Johanniskirche. In der “Der weit-berühmten Freyen Reichs-Wahl und Handels-Stadt Franckfurt am Mayn Chronica” ist von einem verlegen der Bernemer Kerb die Rede. Daraus kann man schließen dass die eigentliche Kerb viel älter ist als sie heute gefeiert wird. Unsere Rechnung z.B. 407 Bernemer Kerb zählt ab dem Jahr 1608.

Nachfolgend noch einige geschichtliche Daten zur Johanniskirche

500 – 900n Chr. Befand sich evtl. am selben Standort eine “merowingerische” oder “karolingerische”Kapelle

1492 Der Turm der alten Kirche / Kapelle wird ausgebessert

1520 Der Turm wird erhöht

1524 Die Bornheimer Gemeinde tritt zum evangelischen Bekenntnis über

1653 Der erste eigenen Pfarrer in Bornheim

1751 – 1752 Die alte Kirche wurde abgebaut

1753 Am 14. Oktober wurde die neue Kirche eingeweiht

1776 Durch einen Blitzschlag wird die Kirche zerstört

1778 Grundsteinlegung der neuen Kirche

1779 10. Oktober – Wieder neu errichtet und als erstes Gebäude von Frankfurt mit einem Blitzableiter ausgerüstet.

1896 Die Kirche erhält den Namen Johanniskirche

Bornheimer Ortswappen sehr verdächtig!

Über den nachfolgenden Artikel haben wir seinerzeit (1999) gerne gelacht. Allerdings machen sich die Ordnungsbehörde in den letzten Monaten einen Spaß daraus wieder mit derselben Schlagzeile in der Tagespresse zu punkten.

Das Ortswappen des Stadtteils Bornheim hat einen 26jährigen in den Verdacht der Rechtsradikalität und vor Gericht gebracht. Das weiße Kreuz mit zusätzlichen Schrägbalken auf blauem Grund prangte auf seiner Wollmütze, als er im Februar dieses Jahres eine Kurden-Demonstration auf dem Römerberg beobachtete, berichtete das Frankfurter Landgericht gestern.

Polizisten hielten das Symbol neben der Aufschrift. Bornheim für ein Zeichen, das von der 1982 verbotenen rechtsradikalen Jugendorganisation “Junge Front” verwendet wurde. Der junge Mann wurde daher wegen Tragens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beim Amtsgericht angeklagt. Dort konnte er nachweisen, dass sein Mützensymbol dem Wappen des 1877 von Frankfurt eingemeindeten Dorfes Bornheim entspricht. Als Beweis legte er eine Ausgabe des Bornheimer Wochenblatts” vor, das eben dieses Wappen im Zeitungskopf trägt. Im übrigen sei er eher dem linken politischen Spektrum zugeneigt und habe mit Ausländerfeindlichkeit nichts am Hut. Der Amtsrichter glaubte dem 26jährigen und sprach ihn frei.

Auch in der Berufungsverhandlung vor der 6. Strafkammer des Landgerichts fanden die Juristen, dass ein Wappen neben der Aufschrift Bornheim” in erster Linie den Eindruck vermittle, es handele sich eben um das Bornheimer Wappen. Dieses öffentlich zu tragen, sei auch dann nicht verboten, wenn eine verfassungswidrige Organisation das gleiche Zeichen verwendet habe. Die Bornheimer könnten daher unbesorgt bleiben, wenn sie sich zu ihrem Wappen bekennen. Zumal diese eine lange Tradition hat: Bereits 1621 erschien es zum ersten Mal in einem Bornheimer Gerichtssiegel, und auch später wurde es häufig von den örtlichen Schultheißen verwendet.

Unter anderem ist es auch heute noch auf den Grenzsteinen um Bornheim zu finden. Das Zeichen des Missverständnisses, das auf dem Wappen zu sehen ist heißt “Wolfsangel”. Für das Ortswappen wählte man es nicht etwa, weil die Bornheimer gerne Jagd auf Wölfe machten, sondern weil es aufgrund der klaren Linien leicht umzusetzen und darzustellen ist.

Dass das Wappen aus dem ,Lustigen Dorf’ mal für juristische Auseinandersetzungen nach Art des Fernseherprobten Königlichbayrischen Amtsgerichts in München sorgen würde, hätte wohl niemand geglaubt. (1h/kne) (Artikel der Frankfurter Neuen Presse vom 16.07.1999)
(bearb_hz/2011)

Die Wolfsangel das Ortswappen von Bornheim

“Das alte Bornheimer Wappen zeigt auf schwarzem Untergrund eine silberne “Wolfsangel”. Zum ersten Mal erschien das Zeichen in einem 1621 belegten Gerichtssiegel sowie in dem darauf folgenden S(IGILLM) SCHULTHEIS V(ND) SCHEFFEN Z(V) BORNHEIM.

Die Wolfsangel ist ein altes Ortszeichen, das sich auch auf Grenzsteinen befindet. Nach 1815 führte das Dorf – wie die anderen Frankfurter Landgemeinden – ein Schriftsiegel und übernahm den freistädtischen Adler 1865 in sein Siegel, der im folgenden Jahr durch den preußischen Adler ersetzt wurde. ”

Als “Wolfsangel” wird das Zeichen im Hessischen Ortswappenbuch beschrieben. Um es vorwegzunehmen: Die Bornheimer waren keine Wolfsfänger oder Dorfbewohner, die gerne Jagd auf Wölfe gemacht haben. Warum gerade diese Form gewählt wurde – nicht nur als Siegel oder Wappen, sondern auch von Steinmetzen etwa benutzt – hat seinen Grund darin, dass dieses Zeichen leicht zu bilden war. Eine senkrechte Linie, an deren beiden Enden ein geradlinig einfacher oder gekrümmter Haken angebracht war. Ein “Querstrich” konnte als Mittelstück eingefügt sein. (Bei dem Ortswappen von Seckbach fehlt er im Gegensatz zu Bornheim.)

Die “Wolfsangel” als heraldische Figur konnte auch die Form eines halben Mondes haben, wie sie in der “Wappenkunst” aus dem Jahr 1714 beschrieben wird: “Wolffs-Angel, frantz. hamecon, lat. uncus quo lupi capiuntur, ist die Form eines halben Mondes und hat inwendig in der Mitte einen Ring.” Auch der Halbmond war leicht wiederzugeben. Doch damit ist nur eine Erklärung für die Wahl dieses Zeichens als (Orts)Wappen gegeben.

Eine tiefer gehende Deutung gibt Jochim Jänemann in seiner Untersuchung mit dem Titel “Der Wolf”. Da die Wolfsangel als Steinmetzzeichen im Mauerwerk alter Kirchen und Burgen im 13. und 16. Jahrhundert zu finden ist und auch im Türstock, Hausbalken und im Siegel vieler Sippen und Geschlechter, meint der Autor, dass dadurch eine beschwörende Abwehr des Unheils und Bösen erreicht werden sollte. Für diese Auslegung mag sprechen, dass am Fahrtor in Frankfurt, von dem nur der Erker erhalten geblieben ist, zwei derbe gotische Steinmasken böse Menschen und böse Geister von Frankfurt fernhalten sollten.

Wie ging man mit der tatsächlichen Wolfsangel vor? Sie wurde mit Fleisch umwickelt und an einem Baum in Sprunghöhe des Wolfes so befestigt, dass er den Köder bequem erreichen konnte. Wenn nun der Wolf die Witterung aufgenommen hatte und erschien, versuchte er, den Köder durch einen Sprung herunterzubeißen. Der Widerhaken drang in den Rachen des Wolfes ein, der damit festgehalten war. Die Wolfsangel sollte es ermöglichen, den gehassten Räuber lebend zu fangen, weil man einzelne Wölfe als Werwölfe ansah, als dämonische Menschen, die sich in einen Wolf verwandeln können und sie daher zum Aufhängen über einem Feuer verurteilte.
(bearb_hz/2011)

Zwei unsere Mitglieder, Helmut Greaf und Hans Zadow, haben 2009 den Ehrenbrief des Landes Hessen erhalten.

Im Rahmen einer Feierstunde im Frankfurter Römer wurde am Mittwoch dem 18. März 2009, unserem Mitglied Helmut Graef. für seine Verdienste um die Bernemer Kerb, der Ehrenbrief des Landes Hessen durch den Stadtrat Hat. Warnke verliehen.

Hans Zadow, unserem damaligen 1. Vorsitzende bekam den Ehrenbrief des Landes Hessen am 17. Juni 2009 vom Stadtrat Dieter Bürger für die Verdienste um die Bernemer Kerb und dem Vereinsring Bornheim im Römer überreicht.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung